Schlaglichter! Kurt Eisners Haderner Zeit
Vernissage am 12. Oktober 2018 | 19 Uhr

Der Geschichtsverein Hadern beleuchtet die letzten Monate des 1. Weltkriegs in Hadern und die friedliche Revolution 1918 in Bayern. Er zeigt die damals in Hadern lebende Person Kurt Eisner, der den Freistaat Bayern ausrief. Und: Er thematisiert den rechten Terror, der nach Eisners Ermordung jahrzehntelang tobte. Die Ausstellung zeigt zahlreiche bisher unbekannte Dokumente zur Familie Belli/Eisner und Augenzeugenberichte geben ein interessantes, zum Teil neues Bild von der Patchworkfamilie Eisner.

Die Ausstellung beleuchtet, wie die Familie in die Nachbarschaft eingebettet war und wie vom Wohnsitz Hadern aus sehr systematisch der Weg zur Beendigung der Adelsherrschaft und in eine demokratische Republik vorbereitet wurde.

Über den Revolutionstag am 7.11.1918 berichtet die damals in Hadern zur Schule gehende Eisner-Tochter Ruth später: „Meine Eltern riefen uns zu sich und sprachen mit uns wie zu Erwachsenen. Sie hätten Großes vor, den Krieg zu beenden und das Königtum zu stürzen. Wir sollten unbesorgt sein, wenn etwas passiert, sollten wir uns an den Großvater in Stuttgart wenden. Die Eltern kamen abends nicht zurück, dafür Arbeiter und die sagten: Mir ham’n Kini fortgejagt. Am nächsten Tag kam unsere Mutter: Bayern ist jetzt Republik. Wir konnten uns darunter nichts vorstellen. Aber daß der König weg war, das haben wir verstanden.“

Genau wie die Eisner-Kinder hatten die wenigsten in Bayern Lebenden vor 100 Jahren eine Vorstellung, wie „Republik und Demokratie“ nach dem Krieg aussehen könnte. Ein Augenzeuge lässt uns hinter die Mauern der Villa Eisner/Belli blicken, wie Kurt Eisner, Sonja Lerch, Hans Unterleitner und ein entschlossener Kreis junger Frauen und Männer systematisch miteinander nachgedacht haben, wie der Krieg, die Adelsherrschaft und die Hindenburg-Ludendorff-Militärdiktatur beendet werden kann und Republik und Demokratie aussehen könnten.

Vernissage Freitag, 12. Oktober 2018 um 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer 13. Oktober bis 23. November 2018
Öffnungszeiten Mo-Sa von 10 bis 12 Uhr sowie Di+Do von 17 bis 19 Uhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.